KfW 297/298: Klimafreundlicher Neubau 2026: Zinsen ab 0,6 % und wie du jetzt profitierst
Seit März 2026 bietet die KfW für Effizienzhaus 40 Zinsen ab 0,6 %, fast 3 Prozentpunkte unter Markt. Was das konkret bedeutet und wer antragsberechtigt ist.

Die KfW hat zum 2. März 2026 die Konditionen für ihr wichtigstes Neubau-Förderprogramm erheblich verbessert. Für Effizienzhaus-40-Neubauten liegt der Zinssatz jetzt bei ab 0,6 Prozent effektiv, während Marktkonditionen für normale Baufinanzierungen aktuell bei 3,5 bis 3,9 Prozent liegen. Wer 2026 energieeffizient bauen will, kommt an diesem Programm nicht vorbei.
Was ist KfW 297/298, und was hat sich 2026 geändert?
Das Programm "Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude" (KfW 297/298) ist die zentrale staatliche Neubauförderung für Bauherren, die ein besonders energieeffizientes Haus errichten. Zum 2. März 2026 hat das Bundesbauministerium zusammen mit der KfW die Konditionen deutlich verbessert, und das Effizienzhaus 55 nach einer Pause wieder als förderfähigen Standard aufgenommen.
Was konkret neu ist seit März 2026:
- Effizienzhaus 40 (KfW 297): Zinssatz jetzt ab 0,6 % effektiv (bei 10 Jahren Laufzeit, 10 Jahren Zinsbindung), zuvor lagen die Konditionen bei 2,5 bis 3,0 %
- Effizienzhaus 55 (KfW 298): Zinssatz ab 1,0 % effektiv, befristete Wiederaufnahme nach der Aussetzung 2024/2025
- Kreditbetrag: bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit (unverändert)
- Seit Dezember 2025 wurden bereits rund 17.000 Wohneinheiten über dieses Programm finanziert
KfW 297 steht für Neubauten, die den Effizienzhaus-40-Standard erfüllen. KfW 298 gilt für das etwas weniger strenge Effizienzhaus 55. Beide Programme können mit weiteren Förderungen kombiniert werden, etwa mit dem QNG-Siegel für besonders nachhaltige Gebäude oder mit Landesförderprogrammen.
Die Signalwirkung ist bewusst: Während die Bauzinsen am Markt durch den Iran-Konflikt und steigende Ölpreise seit März 2026 wieder nach oben geklettert sind, setzt die KfW mit ihren Zinsen gezielt einen Gegenimpuls für energieeffizientes Bauen.
Neue Konditionen ab März 2026: Zinsen, Kreditbetrag, Laufzeiten
Mit ab 0,6 Prozent für Effizienzhaus 40 und ab 1,0 Prozent für Effizienzhaus 55 liegen die KfW-Zinsen aktuell rund 2,5 bis 3,3 Prozentpunkte unter Marktkonditionen, ein Vorteil, der sich über die Laufzeit auf zehntausende Euro addiert.
| Programm | Standard | Zinssatz ab | Max. Kredit | Laufzeit |
|---|---|---|---|---|
| KfW 297 | Effizienzhaus 40 | 0,6 % effektiv | 150.000 € | bis 35 Jahre |
| KfW 297 + QNG | EH 40 mit Nachhaltigkeitssiegel | 0,6 % effektiv | 150.000 € | bis 35 Jahre |
| KfW 298 | Effizienzhaus 55 | 1,0 % effektiv | 150.000 € | bis 35 Jahre |
| Marktdarlehen (10 Jahre) | , | ca. 3,5 bis 3,9 % | unbegrenzt | , |
Stand Juni 2026 bei 10 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung. Quelle: KfW Pressemitteilung März 2026
Tilgungszuschüsse, also direkter Schuldenerlass wie noch 2022/2023, gibt es beim Klimafreundlichen Neubau seit der Reform 2025 nicht mehr. Der Vorteil liegt ausschließlich im extrem günstigen Zinssatz. Das ist trotzdem erheblich: Bei einem vollen Kredit von 150.000 Euro über 10 Jahre summieren sich die Zinsersparnisse gegenüber Marktkonditionen auf 20.000 bis 25.000 Euro.
Wichtig: Die Zinssätze gelten bei 10 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung. Bei längeren Laufzeiten bis 35 Jahre steigen die Zinsen leicht, bleiben aber noch immer deutlich unter Marktkonditionen.
KfW vs. Marktfinanzierung: Was sparst du konkret?
Auf einen KfW-Kredit von 150.000 Euro (EH 40, 0,6 % bei 10 Jahren Zinsbindung) gegenüber einem Marktdarlehen zu 3,7 % sparst du über die Zinsbindung rund 22.000 bis 24.000 Euro an Zinskosten, monatlich macht das etwa 188 Euro weniger Monatsrate.
Konkrete Beispielrechnung:
| Posten | KfW-Darlehen (EH 40) | Markt-Darlehen |
|---|---|---|
| Kreditsumme | 150.000 € | 150.000 € |
| Zinssatz effektiv | 0,6 % | 3,7 % |
| Tilgung anfänglich | 2,0 % | 2,0 % |
| Monatliche Rate | ca. 325 € | ca. 713 € |
| Zinskosten über 10 Jahre | ca. 4.800 € | ca. 27.500 € |
| Ersparnis | , | ca. 22.700 € |
Richtwerte, Stand Juni 2026. Konkrete Konditionen hängen von Bonität und Hausbank ab.
In der Praxis finanzieren die meisten Bauherren nicht den gesamten Bedarf über die KfW. Typisch ist eine Kombination: KfW-Kredit bis 150.000 Euro zu 0,6 %, der restliche Betrag über ein reguläres Baufinanzierungsdarlehen. Gerade in einer Phase, in der Marktbauzinsen auf erhöhtem Niveau von 3,5 bis 3,9 Prozent liegen, ist der KfW-Anteil entsprechend wertvoll.
Welche Anforderungen muss ein Effizienzhaus 40 erfüllen?
Ein Effizienzhaus 40 verbraucht nur 40 Prozent der Primärenergie, die ein Referenzgebäude nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) verbrauchen würde, ein anspruchsvoller, aber gut erreichbarer Standard mit moderner Haustechnik und guter Dämmung.
Konkrete technische Anforderungen (Stand GEG 2024):
- Jahres-Primärenergiebedarf: max. 40 % des GEG-Referenzgebäudes
- Transmissionswärmeverlust: max. 55 % des Referenzgebäudes
- Wärmeerzeugung: Erneuerbare Energien werden empfohlen; bei KfW 297 ist eine klimafreundliche Heizung (Wärmepumpe, Pellets, Fernwärme aus erneuerbaren Quellen) Voraussetzung
- Energieeffizienz-Experte: Pflicht von Anfang an (Bestätigung zum Antrag, BzA, vor Baubeginn)
Wer ein Einfamilienhaus baut, erreicht den EH-40-Standard typischerweise durch eine Kombination aus:
- Dreifachverglasung statt Zweifachverglasung
- 20 bis 25 cm Wanddämmung (WDVS oder Kerndämmung)
- Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
- Wärmepumpe oder Pelletheizung
Die Mehrkosten gegenüber einem GEG-Standardhaus betragen je nach Ausstattung 15.000 bis 40.000 Euro. Die KfW-Zinsersparnis von 20.000 bis 25.000 Euro rechnet einen erheblichen Teil davon gegen, dazu kommt die dauerhafte Ersparnis bei den Energiekosten.
Was kostet ein Effizienzhaus 40, und lohnt sich der Mehraufwand?
Ein Effizienzhaus 40 kostet je nach Haustyp und Region zwischen 2.600 und 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, rund 8 bis 15 Prozent mehr als ein GEG-Standardneubau. Ob sich das lohnt, hängt stark von der Finanzierungssituation und dem geplanten Energiepreisniveau ab.
Für einen ersten realistischen Überblick über deine konkreten Baukosten, inklusive regionaler Unterschiede, Keller, Dachform, Dämmstandard und Ausstattung, nutze den Baukostenrechner.
Regionale Unterschiede sind erheblich:
- Bayern: Baukosten für EH 40 liegen 20 bis 30 % über dem Bundesdurchschnitt, besonders im Großraum München. Aktuelle Richtwerte für dein Vorhaben gibt es auf Baukosten Bayern.
- Ostdeutschland und ländliche Regionen: In Sachsen oder Thüringen sind die Kosten teils 25 bis 35 % niedriger, der KfW-Kredit von 150.000 Euro deckt dort einen größeren Anteil der Gesamtkosten.
Zur Wirtschaftlichkeit: Eine Familie spart bei einem EH-40-Haus im Vergleich zum GEG-Standard erfahrungsgemäß 800 bis 1.500 Euro pro Jahr an Heizkosten. Über 20 Jahre summiert sich das auf 16.000 bis 30.000 Euro, zuzüglich der KfW-Zinsersparnis eine belastbare Rechnung.
Wer zudem ein Passivhaus oder Plus-Energiehaus anstrebt, kann über den EH-40-Standard noch weiter gehen, das kostet mehr Investition, bietet aber noch niedrigere Betriebskosten und entsprechend günstigere KfW-Konditionen.
Antragstellung: Schritt für Schritt
Der wichtigste Punkt: Der KfW-Antrag muss zwingend vor Baubeginn gestellt werden. Wer mit dem Bau anfängt, bevor die KfW-Zusage vorliegt, verliert den Förderanspruch vollständig und unwiderruflich, ohne Ausnahme.
So funktioniert die Antragstellung 2026:
Schritt 1: Energieeffizienz-Experten beauftragen: Ohne "Bestätigung zum Antrag" (BzA) eines auf der Bundesliste geführten Energieeffizienz-Experten kann kein KfW-Antrag gestellt werden. Der Experte prüft, ob dein Bauvorhaben den EH-40-Standard planmäßig erreicht.
Schritt 2: Antrag über Hausbank einreichen: Seit 2026 läuft der gesamte Antragsprozess über die finanzierende Hausbank oder Sparkasse, die Bank reicht den Antrag direkt bei der KfW ein. Das vereinfacht die Abwicklung erheblich.
Schritt 3: KfW-Zusage abwarten, dann bauen: Erst nach der schriftlichen Zusage der KfW darf der Bau beginnen. Das gilt auch für vorbereitende Erdarbeiten und Abrissarbeiten.
Schritt 4: Fertigstellungsdokumentation erstellen: Nach Fertigstellung muss der Energieeffizienz-Experte den tatsächlich erreichten Standard bestätigen ("Bestätigung nach Durchführung", BnD).
Schritt 5: Auszahlung: Die KfW zahlt das Darlehen über die Hausbank aus. Auszahlungen können auch in Tranchen während des Baus erfolgen.
Alles zu Voraussetzungen, Kombination mit anderen Programmen und den detaillierten Konditionen erklärt der Ratgeber Energieeffizient bauen.
Was bringt das QNG-Siegel zusätzlich?
Wer neben dem EH-40-Standard auch das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) erwirbt, verbessert damit die Marktpositionierung beim späteren Verkauf und erfüllt die Voraussetzungen für künftige, noch strengere Förderstandards.
Das QNG bewertet neben der Energieeffizienz auch:
- Ökologische Qualität: graue Energie in Baumaterialien, Kreislauffähigkeit
- Soziale Qualität: Barrierefreiheit, Schallschutz, Raumluftqualität
- Wirtschaftliche Qualität: Lebenszykluskosten, Drittverwendungsfähigkeit
Der Zertifizierungsaufwand kostet je nach Zertifizierungsstelle und Gebäudekomplexität 3.000 bis 8.000 Euro zusätzlich. Für Bauherren, die langfristig in der Immobilie wohnen bleiben oder bei einem späteren Verkauf von der Nachhaltigkeitszertifizierung profitieren wollen, ist das eine sinnvolle Investition.
Wer das Haus dagegen in den nächsten 10 bis 15 Jahren verkaufen möchte, sollte die Kosten-Nutzen-Rechnung individuell prüfen, der Marktwert-Aufschlag durch das QNG ist regional sehr unterschiedlich.
FAQ: KfW Klimafreundlicher Neubau 2026
Wie hoch ist der KfW-Zinssatz für Effizienzhaus 40 im Juni 2026?
Seit dem 2. März 2026 liegt der KfW-Effektivzins für Effizienzhaus-40-Neubauten (KfW 297) bei ab 0,6 Prozent bei 10 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung. Für Effizienzhaus 55 (KfW 298) gilt ab 1,0 Prozent. Die genauen Konditionen hängen von Laufzeit, Tilgungssatz und Bonität ab.
Wie viel Kredit gibt es über KfW 297/298?
Bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit. Bei einem Einfamilienhaus entspricht das einer Wohneinheit. Bei Mehrfamilienhäusern wird der Betrag pro Wohneinheit berechnet, ein Haus mit vier Einheiten kann also bis zu 600.000 Euro KfW-Kredit erhalten.
Kann ich KfW 297/298 mit anderen Förderungen kombinieren?
Ja, grundsätzlich ist eine Kombination möglich. KfW 297/298 lässt sich mit KfW 458 (Heizungsförderung), BAFA-Einzelmaßnahmen und den meisten Landesförderprogrammen kombinieren. Wichtig ist, dass die jeweiligen Kumulierungsregeln geprüft werden, dein Energieeffizienz-Experte kann dabei helfen.
Was passiert, wenn das fertige Haus den EH-40-Standard nicht erreicht?
Der Energieeffizienz-Experte muss nach Fertigstellung den erreichten Standard bestätigen. Wird der zugesagte Standard unterschritten, stuft die KfW das Darlehen auf den tatsächlich erreichten Standard herunter, mit entsprechend angepassten Konditionen. In seltenen Fällen kann eine Rückforderung erfolgen.
Gilt die neue Förderung zeitlich unbegrenzt?
Nein. Die KfW-Förderung ist an die jährliche Verfügbarkeit von Bundesmitteln gebunden, es besteht kein Rechtsanspruch. Historisch wurden Programme schon kurzfristig ausgesetzt (Januar 2022: vollständiger Stopp über Nacht). Wer ein konkretes Bauvorhaben hat, sollte den Antrag nicht unnötig verzögern.
Brauche ich einen Energieeffizienz-Experten von Anfang an?
Ja, zwingend. Ohne die "Bestätigung zum Antrag" (BzA) eines auf der offiziellen Energieeffizienz-Experten-Liste geführten Beraters kann kein KfW-297-Antrag gestellt werden. Der Experte begleitet das Projekt von der Planung bis zur Fertigstellungsdokumentation.
Hinweis zu diesem Artikel
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und wurde von der Redaktion Baukostenplan.de auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen erstellt. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen zugelassenen Fachmann (Architekt, Ingenieur, Energieberater, Steuerberater, Anwalt). Alle Angaben ohne Gewähr.
Hinweis zu Finanz- und Förderangaben
Keine Finanzberatung iSd § 34f GewO. Förderbedingungen und Zinssätze ändern sich kurzfristig. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 2026-07-31. Verbindliche Auskünfte erhalten Sie direkt bei der KfW (kfw.de), beim BAFA (bafa.de) oder bei Ihrer Hausbank.
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